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Soja als Fleischersatz? Lieber nicht!

Soja hat im Gegensatz zum Fleisch in der breiten Öffentlichkeit einen hervorragenden Ruf. Es gilt als gesunder Fleischersatz, für das keine Tiere sterben mussten. Dass Tofu so gut wie geschmacklos ist, darüber wird gerne hinweggesehen. Dass der übermässige Genuss von Sojaprodukten jedoch noch ganz andere Nachteile mit sich bringen kann, darüber wird kaum berichtet.


Seit gut 20 Jahren wird Soja in Europa in Produkten zur Ernährung der Menschen eingesetzt. Da es in ostasiatischen Ländern wie Japan weniger Herz- und Gefässkrankheiten gibt und Frauen dort weniger Beschwerden in den Wechseljahren haben, ging man stets von den gesundheitsfördernden Eigenschaften von Soja aus. Dass in diesen Ländern zudem noch weniger Osteoporose und Krebs vorkommt, bekräftigt diese These umso mehr. Speziell die in Soja enthaltenen Isoflavone scheinen für die Gesundheitsvorteile verantwortlich zu sein. Ein tägliches Glas Sojamilch soll daher der Gesundheit nur Gutes bringen.


Auf der anderen Seite werden Soja auch einige Eigenschaften zugeschrieben, unter deren Einfluss doch eher kein Mann leiden möchte. So kann der übermässige Konsum von Soja zu Unfruchtbarkeit, erhöhtes Risiko für diverse Krebsformen sowie Allergien führen. Auch eine sogenannte Männerbrust sowie Blutungsprobleme bei Frauen können durch einen übermässigen Sojakonsum erfolgen. Speziell schwangere Frauen sollten gemäss einigen Wissenschaftlern Soja meiden, da die heranwachsenden Kinder durch die Hormonpotenz der Soja-Phytoöstrogene Fehlentwicklungen erleiden können.


Hormone

Die hormonähnlichen Wirksubstanzen, welche in Soja enthalten sind, entfalten eine Wirkung, die mit dem körpereigenen Östrogen vergleichbar sind und den Testosteronspiegel absenken können. Dass ein hoher Konsum von Sojaprodukten genau dies schafft, zeigen Studien mit Mäusen sowie auch mit Menschen. So kam es bei Männern durch eine fettarme und sojareiche Kost zu einem Rückgang des Testosterons um bis zu 76%. Auch bei japanischen Männern, welche viel Soja konsumierten, war der Testosteronspiegel bei einem hohen Sojakonsum tiefer. Ein Glas Sojamilch soll etwa so viel pflanzliches Östrogen liefern wie eine Antibabypille. In hohen Dosen kann Soja demnach sogar die Libido («sexuelle Lust») dämpfen.


Eine Vielzahl von Studien zum Sojakonsum führten letztendlich zu widersprüchlichen Ergebnissen. Dass Soja Gewinn bringend für die Krebsprävention oder für die Vermeidung von Herz- und Kreislauferkrankungen eingesetzt werden kann, konnte bislang nicht bestätigt werden. Die Studien zeigen jedoch auf, dass Soja nicht für jeden und nicht in jeder Lebenssituation geeignet ist. Dass Japanerinnen weniger an Brustkrebs erkranken, lässt sich auch mit anderen Gewohnheiten der Japanerinnen erklären. So bringen sie weniger Gewicht auf die Waage, rauchen weniger und halten sich beim Alkohol zurück. In den Wechseljahren sollte man zunehmend vorsichtig mit dem Konsum von Soja sein. Speziell krebsgefährdete Frauen sollten sich nicht über lange Zeit sojareich ernähren.


Soja in der Jugend

Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnt davor, dass eine sojareiche Ernährung das hormonelle Gleichgewicht der Kinder aus dem Lot bringen könnte. In Frankreich wird sogar explizit davor gewarnt, Kindern unter drei Jahren Sojaprodukte zu geben. Trotzdem sind einige Produkte für Kinder mit Soja auf dem Markt. Die DGKJ schreibt daher in ihren Empfehlungen, dass Säuglingsnahrung mit Sojaeiweiss nur bei besonderen Gründen und auf ausdrücklichen Rat des Kinderarztes verwendet werden sollte.


Soja als Proteinquelle

Soja hat zwar eine recht gute Proteinqualität, welche einen wertvollen Beitrag für die Ernährung liefern kann. Wird Soja jedoch gezielt als Proteinquelle eingesetzt, kommt allerdings der Mangel der Aminosäure Methionin zum Tragen. Zudem ist das Sojaprotein nur zu etwa 60% verdaulich, während Milchprotein zu gut 90% verdaulich ist.


Methionin ist eine essenzielle Aminosäure und kann vom Körper nicht hergestellt werden. Wenn diese jedoch dauerhaft in der Ernährung fehlt, treten Mangelerscheinungen auf. Sojaprotein sollte daher nicht über einen längeren Zeitraum als einzige Proteinquelle benützt werden.


Fazit

Schlussendlich kann man davon ausgehen, dass Soja sowohl Vorteile wie auch Nachteile aus ernährungstechnischer Sicht bereithält. Bei Lactoseintolereanz, Galaktosämie oder kultureller Ablehnung von Kuhmilch kann Soja als Ersatz zur Anwendung kommen. Gerade im Hinblick auf die Calciumversorgung kann Soja eine gute Alternative sein.


Schlecht sieht es hingegen bei der biologischen Wertigkeit des Sojaproteins aus. Die schlechte Verdaubarkeit sowie der Mangel an Methionin werten das Sojaprotein gegenüber dem hochwertigeren Molkeprotein ab.


Das Wirkungsprofil der Phytoöstrogene ist noch unklar, es kann jedoch eine Senkung des Testosteronspiegels erfolgen. Da der Geschmack von Soja bitter ist, befinden sich in Sojaprodukten zudem stets Zuckerzusätze, was ebenfalls gegen einen übermässigen Konsum von Soja spricht.